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Tag 2

Es kam einem immer noch wie ein schlechter Traum vor. Hatte die Ärztin gestern wirklich das gesagt? War es wirklich meine Gewebeprobe oder fand da nicht doch eine Verwechselung statt? Tausend Gedanken schwirrten einem durch den Kopf und man bekam keine richtig zu fassen. Beim Abendessen am Vortag, in einem meiner Lieblingsrestaurants, mischten sich erste wehmütige Gefühle in die Stimmung. Diese wurden aber sogleich weg geblasen von einer Welle voll Optimismus. Naja...es wurde der Versuch unternommen, der letztlich auch zum Erfolg führte. Aber der Kopf hört irgendwie niemals auf zu denken. Er rattert die ganze Nacht. Und die Nacht war nicht gerade lang. Was in den Wochen vorher noch als normaler Arbeitstag durch ging, wurde jetzt zum einem Arzttag. Zu einem von vielen. 5:30 Uhr aufstehen. Duschen. Nichts essen, da eine ambulante Operation folgen sollte. Was erwartet einen da? Wie sieht man hinterher aus? Der Arzt hatte am Vortrag zwar gesagt, man würde die Narbe ein wenig sehen, aber was war denn ein wenig? Und wie läuft das gleich ab? Kann ich wirklich wach bleiben? Was sagen eigentlich meine Freunde, wenn sie davon hören? Okay, meine Freundin hatte ich es schon gesagt und sie war auch einigermaßen gefasst. Ging es ihr wirklich so, wie sie es mir rüber brachte? Tausende Fragen....die ganze Zeit im Kreis... Die OP war okay. Ich erfuhr zum ersten Mal am eigenen Leib, wie man von Schmerzen ohnmächtig werden konnte. Bis dahin war alles super und es sah sogar so aus, als könnte der straffe Zeitplan eingehalten werden. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Muskulatur geweitet werden sollte und der Port an seinen zunächst endgültigen Platz gedrückt wurde, war alles super. Danach war ich etwas wackelig. Hätte ich aufstehen müssen, wäre ich vermutlich wie ein Klappmesser gen Erdmittelpunkt abgesackt. Zum Glück durfte ich erst zwei Kaffee trinken, bevor ich wieder aufstehen musste. Dank der supernetten OP-Schwester sogar mit richtiger Milch. Die anschließende Herzecho Untersuchung brachte auch nur zu Tage, dass mein Herz einer Chemotherapie standhalten würde. Da war ich also. Keine 24 Stunden nach der Diagnose. Ausgestattet mit einem frisch eingesetzten Port, über den in den nächsten Monaten die Chemie in meinen Körper laufen sollte und alles, was entartet war, vernichten sollte. Keine 24 Stunden nachdem mir gesagt wurde, dass alle meine Pläne für die nächsten Wochen erst einmal zu den Akten gelegt werden müssen, damit ich sie später wieder hervorholen kann. Ein ganz merkwürdiges Gefühl.
29.1.13 15:57


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Das Ende? - Tag 1

Wie schnell es gehen kann, dass deine gesamte Welt auf den Kopf gestellt wird. Wie schnell es gehen kann, dass deine gesamten Träume wie Seifenblasen zerplatzen und dabei schleimige Spuren hinterlassen, die dich in den kommenden Wochen immer wieder daran erinnern sollen, was alles hätte sein können. In einer Sekunde kann das wahr werden, was du in den letzten Monaten immer wieder gefürchtet hast, insgeheim aber schon wusstest. Und als es plötzlich da ist, ist alles woran du denken kannst, der Kampf. Krebs. Mit 27 Jahren. Als die Ärztin schon meinte, ob ich die Nachricht wirklich alleine erhalten möchte, war eigentlich schon klar, was kommen würde. Und in dem Moment war es egal, wie oft man vorher über solche Situationen nachgedacht hatte; es lief keine einzige Träne. "Wir haben bei Ihnen ein Karzinom festgestellt. Das heißt, es ist Krebs. Wir werden in den nächsten Stunden und Tagen eine Reihe Untersuchungen vornehmen und dann so schnell wie möglich mit der Therapie beginnen." Tunnelblick. Im ersten Moment ist der Kopf leer. Als hätte ein Orkan alle Zukunftspläne aus deinen Ohren aus dem Kopf geblasen. 'Und jetzt?', denke ich. 'Kämpfen und den Krebs besiegen! Du schaffst das!!', ist das Einzige, was mir durch den Kopf geht. Als ich die Frage laut formuliere, merke ich, wie etwas in mir Klick macht. Wie ich das verstehe, was sich gerade in meinem Kopf abgespielt hat. "Wie stehen die Chancen?", frage ich die Ärztin, die mir gegenüber sitzt und versucht, trotz aller Betroffenheit zu lächeln. "Wenn er nicht gestreut hat und die anderen Organe nicht betroffen sind, bei über 90%." Aha. "Wann geht es los? Wann können wir endlich anfangen?", ich merke, wie mein Kopf anfängt den Körper anzutreiben. "Wenn Sie wollen, sofort!" "Ich will! Alles andere ist ausgeschlossen!" Wenn ich an dieses Gespräch zurück denke, finde ich es erstaunlich in doppelter Hinsicht. Erstens, dass ich von diesem Gespräch so ziemlich jedes Detail noch weiß, obwohl es über 6 Monate zurück liegt. Und zweitens, dass mir in dem Moment nicht nach weinen zu Mute war, sondern nach Kämpfen. Wie oft hatte ich in den letzten Monaten nicht darüber nachgedacht, ob ich der ersten Biopsie trauen durfte, dass der Knoten harmlos sei. Und was gewesen wäre, wenn er doch nicht harmlos ist. Insgeheim hatte ich es schon lange befürchtet. Spätestens seit die Lymphknoten dick wurden, wusste ich, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. Aber Ärzte können sich ja nicht irren?! Oh doch! Die Halbgötter in weiß können, wie fast keine andere Berufssparte, blitzschnell über Leben und Tod entscheiden. Und letzteres wollte ich ganz bestimmt nicht sein! Sondern mindestens 95 Jahre alt werden. Okay, ein Rolator zur Erleichterung bei langen Spaziergängen würde in dem Alter akzeptiert werden. Also, auf in den Kampf...!
24.1.13 14:14


Du kannst dich nicht ändern, du bist so wie du bist. Du kannst dich akzeptieren lernen, nachdem du deine schwächen erkannt hast. Du kannst lernen damit zu leben, denn du bist wie du bist. Wundervoll!


Du bist richtig, weil du du bist. Du bist passend, weil du du bist. Du bist Wundervoll!

Du kannst die Vergangenheit nicht ändern. Du kannst sie so hinnehmen, wie sie ist. Aber du kannst di Zukunft in die Hand nehmen. Wenn du dir sicher bist. Denn du bist du. Und du bist eins: Wundervoll!

7.4.10 21:20


In Gedanken immernoch bei der letzten Nacht. Immernoch kurz davor zu glauben, dass man einem Traum oblag. War es wirklich Realität? Warum nur war es so kurz? Warum nur kamen äußere Umstände einem Wiedersehen in den Weg...?! Wo man noch gar nicht weiß, wie es weitergehen soll...und wann...nur weiß, dass die Gedanken nicht an dem Ort sind, an dem man sich gerade befindet...
31.3.10 18:28


Bring mich fort von hier, an den Strand, an dem die Wellen in gleichmäßigem Rhytmus an den Strand schlagen. An dem Strand, der von Möwen umkreist, mit seinen gleichmäßigen Geräuschen beruhigt. Lass mich die Wärme spüren, die der Sand ausstrahlt, die du ausstrahlst, wenn du mich im Arm hälst. Bring mich fort von hier, an den Ort, der aufgrund seiner Ruhe und deiner Nähe Glück und Zufriedenheit verspricht. Ohne andere, nur wir zwei, verbringen wir Tage dort, genießen die Zweisamkeit. Genießen uns. Denn man weiß nie, wie lange das Glück andauert, wie lange man genießen darf, bevor einen die Realität wieder zur Rückkehr in den Alltag zwingt...genießen wir die Stunden...
8.2.10 19:33


Ich hab dich gelöscht. Aus meinem Leben. Eben gerade. Und es tut gut. Mit den restlichen Erinnerungen an dich, mit den Gedanken, kann ich gut leben. Der Rest ist zum Glück weg. Und ich muss sagen, es hat mich erleichtert das zu tun. Nicht mehr daran zu kleben, was einmal war. Sondern nur noch daran zu denken, wie mein Leben jetzt sein wird, beschwingt und leicht, ohne dich. Auch wenn nicht alles schlecht war, so war es das Ende, was dem ganzen einen bitteren Nachgeschmack verschafft hat. Ja, das dachte ich beim letzten Mal auch, aber dank dir, kann ich darüber reden, kann ich sagen, was ich mittlerweile über all das denke, was vor knapp 1,5 Jahren passiert ist. Und ich merke, wie auch das mir gut tut. Das ist krass, aber so ist es.
20.1.10 21:06


"Also Louise, wieso sind sie nach New York gekommen?" "Um mich zu verlieben!"
Ohja, New York. Die Stadt der Liebe, die Stadt der Leidenschaft, die Stadt der Vielseitigkeit, die Stadt, die Unmögliches möglich macht!
Es gibt viel faszinierende Städte, in vielen faszinierenden Ländern. Sei es, dass man eine Münze über die rechte Schulter wirft, damit man immer wieder kommt, und einen diese Stadt aufgrund ihrer Darstellung der Antike sowieso gefesselt und gebannt hat. Oder einen einfach eine Stadt aufgrund der vielseitigkeit, der Lebendigkeit, der Schlaflosigkeit einfach den Atem raubt, sodass man nicht mehr anders kann, als diese Stadt zu erkunden, zu entdecken.
Diese Stadt, dieses Land kam zu einem Zeitpunkt, in dem ich etwas neues brauchte. Es kam und traf. Nach einiger Zeit der Reflexion, merke ich nun die Auswirkungen. Diese Stadt, dieses Land kam, sah und siegte. Lässt mich nicht mehr los. Lässt mich aufstehen, lässt mich träumen. Von der Weite des Landes, von dem Gefühl der Freiheit, welches man erlebt, wenn man den Highway entlang fährt. Von der Wärme der Sonne, die man spürt, sobald man das klimatisierte Auto verlässt. Von der Lockerheit und der gespielten Freundlichkeit, von dem Wahnsinn der Durchgeknalltheit, der Verrücktheit was Vegas angeht und der Art jedem das Gefühl zu geben, aus seinen Träumen  alles machen und damit alles erreichn zu können. Das Unmögliche möglich machen...
17.1.10 23:11


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