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Das Ende? - Tag 1

Wie schnell es gehen kann, dass deine gesamte Welt auf den Kopf gestellt wird. Wie schnell es gehen kann, dass deine gesamten Träume wie Seifenblasen zerplatzen und dabei schleimige Spuren hinterlassen, die dich in den kommenden Wochen immer wieder daran erinnern sollen, was alles hätte sein können. In einer Sekunde kann das wahr werden, was du in den letzten Monaten immer wieder gefürchtet hast, insgeheim aber schon wusstest. Und als es plötzlich da ist, ist alles woran du denken kannst, der Kampf. Krebs. Mit 27 Jahren. Als die Ärztin schon meinte, ob ich die Nachricht wirklich alleine erhalten möchte, war eigentlich schon klar, was kommen würde. Und in dem Moment war es egal, wie oft man vorher über solche Situationen nachgedacht hatte; es lief keine einzige Träne. "Wir haben bei Ihnen ein Karzinom festgestellt. Das heißt, es ist Krebs. Wir werden in den nächsten Stunden und Tagen eine Reihe Untersuchungen vornehmen und dann so schnell wie möglich mit der Therapie beginnen." Tunnelblick. Im ersten Moment ist der Kopf leer. Als hätte ein Orkan alle Zukunftspläne aus deinen Ohren aus dem Kopf geblasen. 'Und jetzt?', denke ich. 'Kämpfen und den Krebs besiegen! Du schaffst das!!', ist das Einzige, was mir durch den Kopf geht. Als ich die Frage laut formuliere, merke ich, wie etwas in mir Klick macht. Wie ich das verstehe, was sich gerade in meinem Kopf abgespielt hat. "Wie stehen die Chancen?", frage ich die Ärztin, die mir gegenüber sitzt und versucht, trotz aller Betroffenheit zu lächeln. "Wenn er nicht gestreut hat und die anderen Organe nicht betroffen sind, bei über 90%." Aha. "Wann geht es los? Wann können wir endlich anfangen?", ich merke, wie mein Kopf anfängt den Körper anzutreiben. "Wenn Sie wollen, sofort!" "Ich will! Alles andere ist ausgeschlossen!" Wenn ich an dieses Gespräch zurück denke, finde ich es erstaunlich in doppelter Hinsicht. Erstens, dass ich von diesem Gespräch so ziemlich jedes Detail noch weiß, obwohl es über 6 Monate zurück liegt. Und zweitens, dass mir in dem Moment nicht nach weinen zu Mute war, sondern nach Kämpfen. Wie oft hatte ich in den letzten Monaten nicht darüber nachgedacht, ob ich der ersten Biopsie trauen durfte, dass der Knoten harmlos sei. Und was gewesen wäre, wenn er doch nicht harmlos ist. Insgeheim hatte ich es schon lange befürchtet. Spätestens seit die Lymphknoten dick wurden, wusste ich, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. Aber Ärzte können sich ja nicht irren?! Oh doch! Die Halbgötter in weiß können, wie fast keine andere Berufssparte, blitzschnell über Leben und Tod entscheiden. Und letzteres wollte ich ganz bestimmt nicht sein! Sondern mindestens 95 Jahre alt werden. Okay, ein Rolator zur Erleichterung bei langen Spaziergängen würde in dem Alter akzeptiert werden. Also, auf in den Kampf...!
24.1.13 14:14
 


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